Potosí ist eine Stadt im südlichen Zentralbolivien. Sie hat knapp 200.000 Einwohner und liegt am Fuß des Berges Cerro Rico (dt. Reicher Berg), dessen Silberreichtum Potosí im frühen 17. Jahrhundert zu einer der größten Städte der Welt machte und von dessen Silber- und Zinnvorkommen die Stadt noch heute abhängig ist. Potosí liegt zwischen 3976 m und 4070 m Seehöhe auf der Hochebene des Altiplano, in einer kargen, steppenhaften Gegend. Die Stadt gehört zu den höchstgelegenen Großstädten der Welt.
Das Klima ist den Kalttropen zuzurechnen, es ist ein sogenanntes Tageszeitenklima, bei dem die Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten wegen der hohen Lage und des trockenen Klimas deutlich geringer ausfallen als die zwischen Tag und Nacht (normalerweise zwischen 15 °C und 25 °C Unterschied). Man findet also meist angenehm warme Tagestemperaturen, in der Nacht aber Werte, die selbst im Sommer um den Nullpunkt liegen.
Schon die Inka hatten am Cerro Rico Silber fördern lassen. Am 10. April 1545 als Bergbausiedlung von Diego Centeno, einem treuen Gefolgsmann von Pedro de la Gasca, gegründet, erreichte Potosí bald eine sagenhafte Blüte. Schon 1553 wurde es deshalb zur Villa Imperial, zur Reichsstadt. Es war die Hauptquelle des spanischen Silbers mit bedeutender Münzprägung. Der Reichtum der Mine zog ungeheure Menschenmassen in die unwirtliche Hochgebirgssteppe um den Cerro Rico. Gegen 1611 war Potosí mit 150.000 Einwohnern zu einer der größten Städte der Welt aufgestiegen. Nach 1800 erschöpfte sich das Silber allmählich, stattdessen wurde Zinn das Hauptprodukt. Dies führte zu einem langsamen wirtschaftlichen Niedergang, der so gut wie das ganze Land erfasste. Doch noch heute schürfen die mineros, die Bergleute, unter haarsträubenden Sicherheits- und Umweltbedingungen Silber und Zinn in Genossenschaften. „Der Berg spuckt Silber aus, doch frisst die Menschen“, so die Aussage der mineros.
Das Zentrum von Potosí ist durchgehend im Kolonialstil gehalten und stammt fast vollständig aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die z. T. aufwändigen und prächtigen Bauten werden nach wie vor gut instand gehalten und sind eine der größten Touristenattraktionen der Stadt. Weiterhin sehenswert sind die barocken Kirchen (36!), unter anderem La Compañía, San Francisco, San Lorenzo und San Martín. Seit 1987 sind die kolonialen Bauten Potosís Teil der UNESCO-Liste des Weltkulturerbe. Die Peripherie der Stadt, insbesondere die nahe dem Cerro Rico gelegenen Viertel, ist dagegen ärmlich und uniform von der Adobe-Bauweise geprägt.
[Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Potosí, Januar 2026]